Klinisches Krebsregister


Im Jahr 2002 wurde am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) das Klinische Krebsregister des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ) implementiert. Ziel des Klinischen Krebsregisters ist es, sowohl die Patientenversorgung als auch die Tumorforschung durch gezielte Analysen und weitere Dienstleistungen zu unterstützen. Darüber hinaus erfüllt das Klinische Krebsregister die gesetzliche Aufgabe der Fallmeldung an das Epidemiologische Krebsregister NRW.

Registrierung

In das Krebsregister aufgenommen werden alle Patientinnen und Patienten, die im UK Essen stationär mit einer Neubildung behandelt werden. Die Erstregistrierung erfolgt im Rahmen der ersten Behandlung im Universitätsklinikum Essen. Alle nachfolgenden Behandlungsfälle mit einer Neubildung in den Diagnosen werden ebenfalls registriert.
Als Neubildung registriert werden Bösartige Neubildungen (in der ICD-10-GM dargestellt mit dem Schlüsselumfang C00-C97), In-Situ-Neubildungen (Schlüsselumfang D00 bis D09), Gutartige Neubildungen (Schlüsselumfang D10 bis D36) sowie Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens (Schlüsselumfang D37 bis D48).
Stammdaten, Tumordaten, Behandlungsdaten sowie Sterbedaten werden täglich aus dem Krankenhausinformationssystem über eine halbautomatische Schnittstelle in die Datenbank des Klinischen Krebsregisters importiert. Darüber hinaus wird für einzelne Tumorentitäten im Rahmen von Pilotprojekten eine erweiterte Tumordokumentation durchgeführt, die krankheitsbezogene längsschnittliche Auswertungen ermöglicht.
Seit Beginn der Registrierung werden die Daten einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unter Berücksichtigung von standardisierten Maßnahmen zur Qualitätssicherung unterzogen.
Die Tumordokumentation bzw. eine Tumormeldung ist außerdem jederzeit mit den entsprechenden Tumordokumentationsbögen möglich, die bei den Mitarbeiterinnen angefordert werden können.

Berichtswesen

Die Daten des Klinischen Krebsregisters werden regelmäßig im Rahmen eines umfangreichen onkologischen Berichtswesens analysiert und präsentiert. Über die routinemäßig erstellten Analysen hinausgehende Fragen werden in Absprache mit den klinischen Kollegen durchgeführt. Auf Anfrage können gezielt spezifische Patientengruppen für geplante Forschungsvorhaben identifiziert werden. Damit stellt das Klinische Krebsregister ein wichtiges Bindeglied zwischen Forschungsaktivitäten und Versorgungsaufgaben dar und ist eine wesentliche Voraussetzung für neue Erkenntnisse im Bereich der Onkologie.

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Abb. 1: Die zehn häufigsten Tumorentitäten im Klinischen Krebsregister im ersten Halbjahr 2008
 



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Abb. 2: C69 – Auge und Augenanhangsgebilde: Verteilung nach Altersklassen und Geschlecht im ersten Halbjahr 2008
 


Meldungen an das landesweite Krebsregister

Seit dem 1. Juli 2005 ist das Gesetz zur Einrichtung eines flächendeckenden bevölkerungsbezogenen Krebsregisters in Nordrhein-Westfalen in Kraft. Mit der Einrichtung des Epidemiologischen Krebsregisters (EKR NRW) in Münster wurde die Meldung der Tumorfälle an das EKR NRW durch das Klinische Krebsregister übernommen. Um dem nachzukommen, werden die Daten aus der Datenbank des Klinischen Krebsregisters selektiert und nach Weiterverarbeitung an das EKR NRW übermittelt.

Weiterentwicklung des Klinischen Krebsregisters

Wesentliche Erweiterungen des Leistungsumfanges des Klinischen Krebsregisters werden durch die neu implementierte klinische Tumordokumentation ermöglicht. Durch diese detaillierte und hoch standardisierte Tumordokumentation können spezifische Analysen des Versorgungsgeschehens, der Versorgungsqualität, sowie der Therapie und des Outcomes durchgeführt werden.

Leitung

Herr Prof. Dr. rer. nat. Karl-Heinz Jöckel

Für weitergehende Auskünfte stehen gerne zur Verfügung


• Frau Anja Merkel-Jens
Tel.: (0201) 723 - 4798
eMail: anja.merkel-jens@uk-essen.de

• Frau Irene Vanberg
Tel.: (0201) 723 - 4769
eMail: irene.vanberg@uk-essen.de

• Fax: (0201) 723 - 5933

Weitere Informationen können dem Handbuch des Klinischen Krebsregisters entnommen werden (Intraweb).